Gastrezension von Kat (Seven and Stories): Spiegelsplitter von Ava Reed

Heute gibt es mal eine ganz besondere Rezension, denn das hier ist ein Gastbeitrag von der lieben Kat von Seven and Stories. Ein wirklich schöner Blog, der auf jeden Fall einen Besuch lohnt! Ihre Texte sind wirklich richtig gut und liebevoll geschrieben und man kann hier noch viel mehr außer Buchthemen entdecken. 🙂 

Das Kribbeln wird stärker, mein Finger tippt von Seite zu Seite. Ich habe vergessen, wie spät es ist und wo ich eigentlich bin. Das altbekannte Gefühl, das Zauberei und magische Kräfte in mir auslösen, ist zurückgekehrt. Die Realität ist ein zartes Funkeln in der Ferne und ich lasse mich auf eine Welt ein, die nur jetzt, in diesem Moment, existiert. Weil es sie ohne die Worte, die ich gerade lese, gar nicht geben würde. Zarte Liebe erblüht vor meinem geistigen Auge, wird von Misstrauen und Angst auf die Probe gestellt. Geheimnisse verflechten sich zu einem Lügengewirr und irgendjemand wird verletzt, obwohl das nie Teil des Plan war. Das Ticken der Uhr über meinem Kopf ist bloß noch eine Erinnerung, das Universum hat sich verändert und zusammen mit der Protagonistin öffne ich die Tore zu anderen Welten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn wenn man sich in der Welt der Menschen fehl am Platz vorkommt, kann man sich auf eine Reise gefasst machen, die den eigenen Fantasien verdächtig nahe kommt.

Die Tatsache, dass ich ein Muggel sein soll, habe ich nie akzeptiert. Zu schön war die Vorstellung von Magie, die dem grauen Alltag seine Farben zurückgibt. Deshalb bin ich auch ein großer Fan von aller Art magischen Fähigkeiten und Kräften. Da kann ich mir für ein paar kostbare Momente zumindest vorstellen, dass ich selbst welche habe und darüber grübeln, welches das wären. Die junge Caitlin aus diesem Buch hat ein Problem, das viele Mädchen in den Wahnsinn treiben würde: Sie kann sich selbst nicht im Spiegel sehen. Doch was sich zuerst nach Vampirpoesie anhört, hat letztendlich einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Denn Caitlin ist keine Untote, der es nach Blut dürstet. Stattdessen hat sie eine zauberhafte Herkunft, die ihren Ursprung in einer Welt hinter den Spiegeln findet. Als sie einen Jungen namens Finn in dem Buchladen trifft indem sie arbeitet, bekommt sie sofort das Gefühl, dass etwas anders ist. Eine unsichtbare Verbindung beginnt zu wachsen und die beiden zu einen. Natürlich ist der Weg alles andere als leicht. Denn was wäre ein Buch ohne ein paar Körnchen Drama?

Hätte ich die Wahl zwischen der heutigen Welt und einer voller Feen und Mysterien, würde ich mich für die zweite Möglichkeit entscheiden. Denn Monster gibt es in beiden Welten. Nach einem Moment der Unachtsamkeit wird Caitlin aufgrund ihrer Begabung in genauso ein Universum gesogen. Zwischen kichernden Elfen und einem sprechenden Fuchs, den ich wirklich cool finde, findet sie sich wieder. Die Entdeckungsreise nach dem Grund ihrer Kräfte beginnt und sie fängt an, die Wahrheit ihrer Kindheit zu hinterfragen. Wer ist sie und warum passiert all das jetzt? Zuerst Finn, dann die Wanderung durch einen verzauberten Wald. Bunte Flügel, sprechende Tiere und die Geschichte ihrer Mutter. Ava Reeds Schreibstil ist wie immer sehr flüssig und leicht zu lesen. Mir haben aber im Gegensatz zu ihrem Buch For Good (http://sevenandstories.net/booklove/bookish-monday/for-good-review/) die malerischen Kleinigkeiten in ihren Sätzen gefehlt. Außerdem fand ich den Wechsel der Perspektiven von Caitlin und Finn oft etwas zu langatmig und anstrengend, da viel einfach nur wiederholt wurde. Die Geschichte schien an diesen Stellen für kurze Zeit einzufrieren. Später wurde dieser Umstand aber besser. Eines kann ich euch verraten: Leicht wird es für unsere Caitlin nicht. Verluste, Schmerzen, Tränen. Aber das nehmen wir für ein paar Momente der Zauberei doch in Kauf, oder?

Fazit:

Ein schöner Auftakt ihrer Diologie, wenn auch ab und zu etwas holprig. Trotzdem hat mir die Geschichte rund um verzauberte Welten und Wesen gut gefallen. Und ich feiere, dass ein Hauch von Dreiecksbeziehung schnell vom Winde verweht wurde und Platz für die wichtigen Dinge gelassen hat. 3,5 von 5 Sternen.

Eure Kat.

Klappentext

Caitlin weiß nicht, was es bedeutet, sich in einem Spiegel zu sehen, denn sie erblickt nichts darin. Doch er zieht sie an, ruft sie zu sich, wo auch immer sie ist. Eines Tages steht sie dem geheimnisvollen Finn gegenüber, der eine Sehnsucht in ihr weckt, der sie nicht entkommen kann. Immer wieder begegnen sich die beiden, ohne zu wissen, was sie in Wirklichkeit verbindet. Bis Caitlins Erbe zu erwachen beginnt und sie erkennt, dass es mehr auf dieser Welt gibt, als sie ahnt.

Meine Rezension zu Teil 2 der Spiegel-Dilogie Spiegelstaub findet ihr hier

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