Selfpublisher – Autoren zweiter Klasse?

Es gibt wenige Themen, die mich aufregen in der Buchwelt (wenn wir mal von Cliffhanger und das endlose Warten auf Fortsetzungen absehen). Aber dieses eine gehört definitiv dazu: der Wert von Selfpublishern.

Ich lese gerne und oft SP Bücher, wie ihr an meinen Rezensionen sehen könnt. Oft besitzen diese Geschichte einfach ihren ganz eigenen Zauber und sind so komplett anders, als die, die man vielleicht in einem Verlag finden kann. Aber macht sie das schlechter? Eher im Gegenteil. Ich habe schon oft Bücher gelesen, bei denen ich gesagt hätte, sie kommen aus einem Verlag, hätte ich nicht gewusst, dass es sich um ein Selfpublishing handelt.

Natürlich verbinden wir mit Verlagsnamen eine gewisse Qualität – die aber auch in den häufigsten Fällen nicht gegeben ist. Die Cover sind nicht unbedingt liebevoller oder professioneller, man findet ebenso viele Rechtschreibfehler und weiß Gott schlechte Schreibstile und oberflächliche Handlung. Ist es da nicht traurig zu erfahren, dass Selfpublisher nur aufgrund ihrer Veröffentlichung niedriger eingestuft werden als Verlagsautoren?

Wenn ich Geschichten höre, dass dein SP Autor auf gewissen Bewertungsplatformen ewig auf Knien bittend warten muss, bis er als Autor mit aufgenommen wird, sobald er aber im Verlag aufgenommen wurde alles plötzlich viel schneller geht, oder dem Autor gesagt wird: Deine Geschichte finden wir grandios, aber mit einer Protagonistin, die 20 ist, passt du leider nicht in den Bereich Jugendbuch, dann denke ich mir nur: Was zur Hölle stimmt denn mit manchen Leute nicht?!

Natürlich hat man immer mal eine Niete dazwischen, wie bei jedem anderen Verlagsbuch auch, aber das sagt bei weitem nicht alles über die Qualität von SP Büchern oder Autoren aus, nur, weil sie keinen schicken bekannten Namen auf dem Cover haben. Ganz schlimm finde ich, wenn die E-Books mancher Autoren als Raubkopien auf diversen Plattformen landen. Das ist meiner Meinung nach einfach nur dreist. So teuer sind die E-Books einfach nicht und den Aufwand, die Mühe und das Herz, dass ein Autor in sein Buch steckt auf jeden Fall wert – egal ob Verlagsautor oder Selfpublisher.

Wie steht ihr zu dem Thema? 

Eure

unterschrift

11 Gedanken zu “Selfpublisher – Autoren zweiter Klasse?

  1. Finde dieses vorurteilbehaftete Denken auch total beknackt.
    Ich lese ebenfalls sehr gerne Bücher von Selfpublishern. Es ist ungerecht, dass die es häufig so schwer haben und oftmals an Ablehnung stoßen.
    Denn wie du schon sagst, übermitteln die Geschichten oft noch einen ganz anderen Zauber, den es zu entdecken lohnt.
    Trotzdem gibt’s natürlich schwarze Schafe, Bücher mit schlechtem Schreibstil, Logik- und Rechtschreibfehlern.. Grässlichen Covern.. Oder unfreundlichen Autoren, die dir ne völlig unpersönliche, fordernde Anfrage schicken.

    LG Nicci ❤

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  2. Ich finde den Beitrag super! Ich lese zwar selten SP Bücher, aber wenn, dann ist da auch schon mal was echt Gutes bei. Und die Autoren haben echt Respekt verdient, weil sie alles alleine aufziehen müssen und ihnen die Arbeit „nach dem Schreiben“ nicht vom Verlag abgenommen wird.

    Gefällt 1 Person

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