Muss es wirklich Liebe sein? Über Love Interests in Fantasy- und Jugendliteratur

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Es ist ein offenes Geheimnis, dass Jugendbücher, vor allem auch in der Fantasyliteratur mit Liebesklischees überladen sind. Hier eine Dreiecksbeziehung, da ein geheimnisvoller heißer Unbekannter, der auf das graue Mäuschen steht. Und natürlich ist es gleich die große Liebe, die ewig halten wird. Aber was, wenn gar keine Liebesgeschichte im Buch zu finden ist?

Letztes Jahr hab ich „Die Legende von Oasis“ von Janine Tollot gelesen. Das Buch war eigentlich voller Liebe  – über Geschwisterliebe und die Liebe zu einem Volk, bis hin zur Liebe zum Meer. Aber es gab keinen romantischen Aspekt. Versteht mich nicht falsch, ich fand die Geschichte großartig und hab sie auch gut bewertet. Trotzdem konnte ich mich nicht davor wehren, dass die Geschichte einen leicht schalen Geschmack bei mir hinterlassen hat. Irgendwie war das Ende so für mich nicht komplett.

Und genau dieser Punkt hat mich überrascht, ja viel mehr sogar erschrocken. Ich hab mich so oft über die immer gleichen Klischees aufgeregt und wollte gerne mal wieder etwas anderes lesen – und dann kommt etwas anderes und ich bin nicht zufrieden als Leser. Diese Geschichten ohne Love Interest sind wirklich Raritäten auf dem Buchmarkt. Ich persönlich bin als Leser mit Liebesgeschichten gesättigt und sogar übersättigt. Durch diese Masse wurde quasi schon ein Standard gesetzt, den ich als Leser persönlich erwarte, wenn ich ein Buch aufschlage.

Klischees + Liebe = Jugendbuch

Vielleicht geht es nur mir so, aber ich denke wir brauchen wieder mehr solche Bücher. Geschichten, die über die Freundschaft und die Familie erzählen. Geschichten, die beweisen, dass es nicht nur darum geht die große Liebe zu finden. Geschichten, die eben auch ohne romantische Liebe existieren können – oder zumindest nur als Randhandlung. 😉

Wie steht ihr zu dem Thema? Braucht ihr Liebe in Jugendbüchern? Oder seid ihr froh mal vom Love Interest befreit zu sein? 

Eure

unterschrift

18 Gedanken zu “Muss es wirklich Liebe sein? Über Love Interests in Fantasy- und Jugendliteratur

  1. Ich muss sagen ich lese sehr sehr gerne Bücher mit Liebesgeschichten und werde niemals gesättigt von diesem Thema sein. Allerdings würde ich zwischendurch auch gerne mal etwas anderes lesen und andere zwischenmenschliche Beziehungen im Mittelpunkt einer Geschichte haben wollen, ohne irgendwo eine Liebesgeschichte reingepresst zu bekommen, wenn sie nicht unbedingt sein muss. Wenn es zum Zwang wird ist es unschön. Mir fällt jedoch auf, dass weder eine Dreiecksgeschichte, noch Klischees oder Liebesgeschichten mich stören, wenn sie gut gemacht sind und mir der Schreibstil und die Atmosphäre der Geschichte zusagen. Deswegen verstehe ich immer nicht, wenn Blogger usw. sich generell über diese Dinge aufregen. Das eine ist, für mich, mit dem anderen nicht unbedingt zu vergleichen.
    LG, Jasemin

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    1. Ja, da stimm ich dir zu. Wenns gut gemacht ist stört mich das nicht. Aber ich finde manche dieser „Klischees“ werden so häufig verwendet, dass sich dadurch manche Geschichten einfach zu sehr ähneln und das stört mich dann schon. Bei mir im Kopf überschneiden sich die beiden Themen etwas. Es gibt nur eine bestimmte Anzahl an Möglichkeiten, Liebesgeschichten in die Geschichte einzubinden und am häufigsten werden nun mal diese klassischen Kombinationen wie Dreiecksgeschichten o.ä. verwendet, was an sich ja auch ok ist. Aber daher gehören die beiden bei mir im Kopf einfach zusammen. 🙂 LG Michi

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      1. Ja, das verstehe ich. Ich glaube das liegt daran, dass diese Themen tatsächlich so oft ähnlich angegangen werden. Wenn einfach immer wieder das gleiche Schema auf die gleiche Weise auftaucht, dann kann das schon ziemlich langweilig werden.

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  2. Ein interessanter Beitrag und Gedanke.
    Im letzten Jahr habe ich einige Bücher gelesen, in denen es mehr um die Familie ging, als um die Liebe und überraschenderweise hat es mir sehr gefallen, dass einmal kein Fokus auf einer Liebesgeschichte lag und ich habe es nicht einmal vermisst. Nur solche Bücher lesen könnte ich jedoch nicht und nach nur 2-3 Büchern ohne Romanze, möchte ich auch endlich mal wieder etwas romantisches Lesen. Das braucht mein Leserherz irgendwie.
    Am interessantesten ist es aber natürlich auch dann, wenn es zwar eine Liebesgeschichte ist, diese aber nicht die typischen Klischees deckt, sondern einfach mal nah am Leben erzählt ist. Es ist ja nicht so als würden im wahren Leben auch ständig durch die komischsten Zufälle nur die absoluten heißesten Typen auftauchen und die sind dann noch ein richtiger Bad Boy, die sich natürlich sofort zähmen lassen, oder warum nicht gleich direkt zwei Männer die in Frage kommen? Oder er rettet einem gar das Leben? Naja das ist eben einfach alles so ein Klischee, an dem sich 95% der Liebes- oder Jugendromane bedienen, was etwas schade ist.

    Liebe Grüße,
    Worttänzerin Alex

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  3. Toller Beitrag!
    Ich finde eine Mischung aus Liebesklischeebüchern und Büchern, die ohne auskommen super. 🙂
    Ich liebe Fantasybücher, ob mit Liebe oder ohne, merke aber dann immer, dass ich nicht nur das Genre lesen kann und möchte. Dann darf es gerne auch mal ein (kitschiger) New Adult Roman sein.

    „Mir fällt jedoch auf, dass weder eine Dreiecksgeschichte, noch Klischees oder Liebesgeschichten mich stören, wenn sie gut gemacht sind und mir der Schreibstil und die Atmosphäre der Geschichte zusagen.“
    – hier stimme ich Jasemin komplett zu! Jetzt, wo sie es sagt…fällt es mir auch auf.

    Liebe Grüße,
    Nicci ❤

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  4. Es ist halt einfacher über die Liebe zu schreiben als eine Story ohne Loveinterest. Aber das ist doch auch das, was die Jugend möchte, oder? Träumerei, Schwärmerei und mitfiebern mit den Verliebten. Wäre ich noch jünger, würde ich definitiv auf solche Geschichten abfahren. Aber das ist ein anderes Thema 😉

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  5. Schöner Beitrag! Ich muss sagen, dass ich relativ viele Bücher mit einer Mischung aus Fantasy und Liebesklischees lese 🙂 Aber manchmal nervt es mich auch wirklich! Am besten finde ich ein Buch, bei dem Fantasy, Action, Geheimnisse und Kämpfe auf Leben und Tod deutlich im Vordergrund stehen, aber trotzdem etwas Liebe vorkommt. Irgendwie brauche ich das 😉 Es gibt aber auch wenige Einzelfälle, in denen ich total auf die Liebesgeschichte stehe, wenn sie eben NICHT klischeehaft sind, sondern, wenn die Autoren sich mal etwas neues und interessantes haben einfallen lassen. Ein perfektes Beispiel dafür finde ich „Die Chroniken der Unterwelt“ : zwei Jugendliche, die tiefe Liebe für einander empfinden, aber zum Schluss feststellen, dass sie Geschwister sind. Hört sich vielleicht komisch oder langweilig an, aber Cassandra Clare hat das echt schön und spannend umgesetzt 😉 Falls du das Buch noch nicht gelesen hast, tut es mir für den Spoiler leid… Ich muss ehrlich sagen, dass ich bis auf 3 Bücher (wie Ein ganzes halbes Jahr und das Schicksal ist ein mieser Verräter), kein EINZIGES gelesen habe, in dem es nur um Liebe geht 😳 Ich bin wirklich voll auf Fantasy hängen geblieben
    Liebe Grüße, Julia ❤

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    1. Wow, danke für deinen tollen Kommentar! 🙂 Ich kenn die Reihe, also keine Sorge. Aber vielleicht solltest du demnächst bei so einen Kommentar eine Spoilerwarnung an den Anfang setzen, damit nicht zufällig jemand drüber stolpert, der nicht gespoilert werden möchte. 🙂 Aber ich gebe dir auch jeden Fall recht. Wenn es gut gemacht ist, kann man es so weglesen. LG Michi

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  6. Das erinnert mich an meinen kleinen rage Beitrag über die Romantasy (jetzt schon einige Zeit her). Habe dort erwähnt, dass es nur noch Romantasy zu geben scheint – jedenfalls ist es das Genre, dass gehypt wird. Familie, Freundschaft, ja ich glaube solche Bücher gibt es noch immer dort draußen – sie bekommen von den Bloggern nur zu wenig Aufmerksamkeit.
    Lg Moana

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