FSK für Bücher?! Ein Statement zu Gewalt in Büchern

Mitte der Woche gab es in der kleinen Buchwelt ein großes Diskussionsthema. Vielleicht habt ihr es mitbekommen, Gegenstand der Diskussion war ein Artikel von zwei Buchbloggerinnen, die ihre Meinung zum Thema Gewaltverherrlichung in Büchern erörtert haben, wobei erörtert hier vielleicht das falsche Wort ist. Denn sie haben hier doch sehr deutlich bestimmte Sachverhalte angeprangert. Ihr gutes Recht, spiegelt es doch ihre Meinung wider und ist auch Teil der Funktion eines Buchbloggers, sollte ihm ein Missstand im Buchkosmos auffallen, andere darauf hinzuweisen. Allerdings trifft der Text der beiden Autorinnen diesen Aspekt nicht so ganz, denn sie untermauern ihre These hier mit fragwürdigen Argumenten, die für einige Kontroversen gesorgt haben. Vor allem in letzter Zeit, seit der Veröffentlichung einer psychologischen Einschätzung, dass die Serie Tote Mädchen lügen nicht Suizidgefährdete triggere, häufen sich Meinungsäußerungen dieser Art, so kommt es mir zumindest vor. Ich für meinen Teil bin an einigen Fragen, die dieser Text aufgeworfen hat, hängen geblieben und habe mich hierzu einmal mit ein paar Fakten auseinandergesetzt.

Worüber reden wir?

Beschäftigen wir uns zunächst einmal mit dem Gegenstand dieser Erörterung: dem Buch. Egal welches Genre und für welches Alter gedacht, von unserer momentanen Literaturlandschaft ausgehend reden wir von Gegenwartsliteratur. Wikipedia definiert diese Art von Literatur so:

Gegenwartsliteratur ist insofern ein chronographischer, diskursiver Begriff, der den Zustand der literarischen Landschaft der Jetztzeit (vgl. den Begriff „literarisches Leben“) beschreibt. (Quelle: Wikipedia)

Die Jetztzeit bezieht sich dabei auf die Jahre nach 1945 (Ende des zweiten Weltkrieges), bzw. nach 1989 (Fall der Berliner Mauer). Dabei fasst diese Literatur nicht zwingend aktuelle Strömungen in Politik und Gesellschaft auf, ist aber meistens Teil dieser Literatur, schließlich werden Autoren durch ihre Umwelt beeinflusst. Was mich zum zweiten Themenaspekt führt.

Einflüsse von Gesellschaftsströmungen auf die Literatur

Viele fragen sich immer wieder, aus welchen Gründe AutorInnen Arten von Gewaltdarstellungen in ihr Buch aufgenommen haben. Für mich gibt es hier zwei plausible Erklärungen. Die erste und sehr naheliegende ist das Phänomen der Hype Bücher. Bücher, die plötzlich überall auftauchen und alle unbedingt gelesen haben müssen. Niemand kann sich diesem Sog, den solche Bücher auslösen auf Dauer entziehen, da schließe ich mich absolut ein. Man kann nun mal nicht jedem Buchhype entkommen. Nun ist der Hype bezogen auf Bücher, die Gewalt thematisieren, vor allem im Genre Erotik, seit der Buchreihe Shades of Grey ausgebrochen. Das ist vergleichbar mit dem Hype, den die Twilight-Reihe damals ausgelöst hat; jahrelang gab es sehr viele Vampirromane, bis der Markt irgendwann übersättigt war. Viele Autoren springen darauf an – einige, weil sie wissen, dass es ein Erfolgsrezept ist. Andere wiederum, weil sie durch ihre Umgebung und die Titel, die sie selber lesen, in ihrer Ideenfindung beeinflusst werden, und so diese Strömungen mit einfließen.

Der zweite Grund setzt genau da an: unserer aktuellen Gesellschaft. Wie in der Begriffsdefinition vorhin festgehalten, sind Teile der Gegenwartsliteratur von Gesellschaft und Politik geprägt. Die Terror- und Gewaltmeldungen sind jeden Tag präsent, die Gesellschaft verroht immer mehr. Noch dazu kommt ein wesentlich offenerer Umgang im Bereich Beziehungen – sowohl auf charakterlicher, als auch sexueller Ebene. Viele nutzen Tinder, um neue Bekanntschaften zu knüpfen, die sich aber oft als willkürlich und wechselnd ergeben, was mittlerweile scheinbar Gang und Gebe und Teil unserer gesellschaftlichen Strukturen ist. Daher möchte ich hier einmal die Frage aufwerfen: Ist es nicht viel eher so, dass wir die Literatur beeinflussen, also bloß umgekehrt? Ich möchte gar nicht abstreiten, dass Literatur und deren Genuss ihre Leser beeinflusst, aber da es sich um Gesellschaftsliteratur handelt, ist sie ja erst von uns und unserem Verhalten inspiriert.

Wo beginnt Gewaltverherrlichung?

Damit komme ich zu einem Punkt, der wohl mit die größte Kontroverse für mich hervorgerufen hat: Wo hört die bloße Gewaltdarstellung auf und wo beginnt die Gewaltverherrlichung? Wo zieht man die Grenze, was angebracht ist in Büchern dargestellt zu werden und was nicht? Das Problem fängt hier schon im Gesetz selber an, denn hier werden beide Begriffe im gleichen Atemzug genannt:

[…] eine Schrift (§ 11 Absatz 3), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildert, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt […] – §131 Strafgesetzbuch  (Quelle: Juris)

Im Grunde sagt dieser nur aus, dass Gewaltdarstellung bestraft wird, wenn die oben genannte Form der Darstellung ausgeübt wird. Die Definition des Gewaltbegriffes von Psychologin Helga Theunert geht da schon mehr ins Detail: Eine Manifestation von Macht und/oder Herrschaft, mit der Folge, und/oder dem Ziel der Schädigung von einzelnen oder Gruppen von Menschen. Gewalt liegt demnach vor, wenn als Folge der Ausübung von Macht oder Herrschaft oder von beidem oder als Folge von Macht- und Herrschaftsverhältnissen Menschen geschädigt werden. (Quelle: Spektrum)

So weit so gut. Gewaltverherrlichung geht einher mit dem ausdrücklich positiven Bewerten von Gewalttaten, was ich persönlich so bisher in keinem Buch explizit gefunden habe. Aber was ist mit der Verharmlosung? Ich habe dazu ein Beispiel zum Thema „Verhamlosung von Vergewaltigung“ bei der Huffington Post gefunden, die eines ganz klar ausdrückt: „Sprache strukturiert unser Denken. Wie wir etwas benennen, entscheidet darüber, wie wir es beurteilen.“ Der Text handelt davon, Frauen die vergewaltigt wurden nicht bloß als Opfer darzustellen und Vergewaltiger nicht nur als Täter. Also ist es nicht gerade gut, wenn Bücher diese Taten ohne Wertung, aber dafür mit klaren Worten ausdrücken? Natürlich unter der Prämisse der Handlung des Buches und der passenden Ausdrucksweise. Vielleicht sensibilisieren solche Beschreibungen ja sogar junge Menschen für solche Themen? So sieht es zumindest nach Aussage einiger Entscheider im Verlagswesen aus.

Triggerwarnungen sind sinnvoll in Büchern

Sollte es also vor besonders schlimmen Handlungen im Buch nicht zumindest eine Triggerwarnung geben? So genannte Trigger sind Auslöser für weitere Taten, im Fall von Tote Mädchen lügen nicht beispielsweise der Auslöser für suizidale Gedanken.

Damit soll ein Mensch, der selbst Lebensbedrohliches erlebt hat, vor einer ungewollten Erinnerung an die belastende Situation durch die Berichte Anderer gewarnt werden. Intensive Berichte und Diskussionen können sonst Auslöser der eigenen Belastungen werden, die zu viel Angstreaktionen auslösen. (Quelle: Wikipedia)

Nach diesem Wikipedia Eintrag macht eine Triggerwarnung bei entsprechenden Szenen im Buch also tatsächlich Sinn, wieder unter der Prämisse, dass es zum Sachverhalt passt und nicht einfach die bloße Darstellung von Gewalt, die sich nicht auf einen solchen Sachverhalt bezieht, wie oben beschrieben. Eine Triggerwarnung für Harry Potter würde damit z.B. rausfallen, aber was ist mit Werken, wie Twilight oder Die Tribute von Panem? Ich meine wir erinnern uns: Twilight war immerhin die Basis für Shades of Grey, war es doch damals nur eine Fanfiction. Wo wir gerade wieder bei diesem Thema angelangt sind: manche glauben, eine Triggerwarnung wäre bei SoG angebracht gewesen, belegt doch eine Studie der Michigan State University, dass die Buchreihe einen nachhaltigen schlechten Effekt auf junge Frauen hat. Hierbei muss man aber die Fakten im Hinterkopf behalten. Die Studie bezieht sich auf 18 bis 24jährige Frauen, deren Verhalten allein auf der Grundlage der Lektüre beurteilt wurde und ihren allgemeinen Gesundheitszustand. Dabei wurde aber nicht ihr Verhalten vorher verglichen: „[…]And while the study did not distinguish whether women experienced the health behaviors before or after reading the books, it’s a potential problem either way […].“ (Quelle: MSU)

Wieso gibt es keine FSK für Bücher?

Abgesehen von Triggerwarnungen, die für Erlebte gelten, wie sieht es mit dem Schutz vor Gewalt für andere Jugendliche aus? Bei Filmen und Computerspielen gibt es so etwas in Form der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH) und bei Videospielen in Form der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Die Namen geben hier eigentlich schon einen Hinweis. In der Vergangenheit wurde eine „FSK“-Kennzeichnung für Bücher öfter diskutiert, aber keine verfügt und das wird auch voraussichtlich in nächster Zeit nicht passieren. Für diese Aussage muss man einmal verstehen, wie eine FSK-Vergabe funktioniert. Sowohl Filme, als auch Spiele, werden durch eine eigenständige Institution geprüft, die dann anhand des Jugendschutzgesetzes und des Jugendmedienschutzstaatsvertrages bestimmt, welche Altersfreigabe das jeweilige Medium bekommt. Für Bücher gibt es so eine Instanz nicht, außer die BPjM (s.u.), aber wenn, müsste so etwas aus der Riege der Verlage kommen. Warum ist es also scheinbar so schwierig eine FSK für Bücher einzuführen? Medien Mittweida hat dazu einen sehr guten Artikel veröffentlicht. Das größte Gegenargument beinhaltet im Wesentlichen, dass eine Altersbegrenzung schlecht einstufbar ist, da sich jeder das Gelesene unterschiedlich vorstellt und daher vorerst (noch nicht) messbar ist. Im Artikel sind aber einige mögliche und praktikable Alternativlösungen aufgeführt, die ich persönlich sehr gut und nachvollziehbar finde, z.B. eine Kontrolle durch Buchhändler.

Übrigens gibt es auch einen Index für Bücher, der von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) nach dem Jugendschutzgesetz überprüft wird. Hier werden aber nur Medien eingeordnet, die

[…] geeignet sind, die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen oder ihre Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu gefährden, […]. Dazu zählen vor allem unsittliche, verrohend wirkende, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizende Medien sowie Medien, in denen 1. Gewalthandlungen wie Mord- und Metzelszenen selbstzweckhaft und detailliert dargestellt werden oder 2. Selbstjustiz als einzig bewährtes Mittel zur Durchsetzung der vermeintlichen Gerechtigkeit nahegelegt wird. (Quelle: BMFSFJ)

Dieses Thema könnte man noch endlos diskutieren, ich ziehe für mich als Fazit aus dieser Situation, dass es Tendenzen gibt, die, wenn es immer noch gesteigerte Versionen der Geschichten gibt, irgendwann eine Grenze überschreiten wird, die gelinde gesagt nicht gut ist, allerdings auch in Maßen von unserer Gesellschaft beeinflusst wurde. In solchen Fällen wäre eine Warnung für Betroffene angebracht, Leute, die sich noch nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben, könnten durch den Schock beim Lesen allerdings für so Themen in Zukunft sensibilisiert werden. Immerhin werden bedenkliche Bücher von Verlagen und Autoren sehr wohl durchdacht, bevor sie die Geschichte auf den Markt bringen.

Eine FSK macht aus meiner persönlichen Sicht nicht wirklich Sinn, denn dadurch würden „verbotene“ Bücher nur noch eher von Altersgruppen gelesen werden, die nicht für sie geeignet sind. Noch dazu finde ich, sind Bücher das einzige Medium, das nicht in irgendeiner Art eingeschränkt ist. Leser können sich vollkommen auf Bücher einlassen und ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Würden Sie mit einer FSK versehen kommt es mir vor, als würde man diese Freiheit einschränken. Es wäre für mich definitiv sinnvoller, dass alle, die mit den entsprechenden Büchern in Berührung (z.B. Eltern oder Buchhändel) kommen darauf achten, ob das Buch für den jeweiligen Leser geeignet ist. Zum Thema Gewalt in Büchern kann ich von meiner Seite aus zusammenfassend sagen: nach wie vor gilt immer noch, Kontext und Tenor in der Geschichte müssen stimmig sein und die Gewalt in Maßen dazu passen. Ansonsten schweigen wir diese durchaus wichtigen Themen tod, anstatt uns mit solchen Sachverhalten auseinander zu setzen und das wäre definitiv schlimmer, als sie zu thematisieren.

 

11 Gedanken zu “FSK für Bücher?! Ein Statement zu Gewalt in Büchern

  1. Hallo,
    ich habe nun deinen Beitrag sorgfältig gelesen, nachdem der Pingback auf unserem Blog kam & ich Zeit dafür fand.

    In erster Linie ist meine Frage: du leitest deinen Beitrag ein, indem du sagst wir würden unsere „These“ mit fragwürdigen Argumenten.
    Ja, du greifst Punkte auf welche wir angesprochen haben. Das Thema FSK ist für uns nur als Randnotiz zu sehen. Vielmehr geht es uns um Gewaltverherrlichung, denn (ich gehe davon aus du hast unseren Beitrag ebenfalls sorgsam durchgelesen) genau darum geht es in diesen Büchern. Es werden Szenen beschrieben, welche im Buch als ein Übergriff benannt und von der Protagonisten als solches empfunden wird. Im weitern Verlauf lässt sie sich jedoch darauf ein, empfindet Lust welche mit den Aussagen „dies darf nicht erotisch sein“ / „Es war voller Wut und Schmerz“ und ähnlichen Aussagen einhergeht. Es wird also eine sehr wohl reale Situation geschildert, diese nicht (!) als sexuelle Vorliebe/Phantasie, sondern als das was es ist benannt – dies ist nicht nur eine Darstellung! Es wird als etwas genussvolles, herrliches beschrieben (Verherrlichung – Definition Duden).

    Zu deinem Punkt der Trigger-Warnung: diese muss es in erster Linie geben, um Leser auf Szenen vorzubereiten. Trigger sind keine Auslöser für weitere Taten, es sind Auslöser die traumatische Erlebnisse erneut hervorrufen können! Wenn Szenen beschrieben werden, wie sie beschrieben werden (siehe oben), kann dies verehrende Auswirkungen haben – an dieser Stelle möchte ich gerne die Autorin Jasmin Frei und ihr einen Teil ihres Kommentars zu unserem Beitrag zitieren:
    „Dass solche Beschreibungen triggern können, betrifft einen Großteil von Betroffenen. Und wer sich bei solchen Büchern nichts weiter denkt, weil die entsprechende Warnung fehlt, kann ganz leicht in alte Schemata verfallen – bis zur Re-Traumatisierung, weil vielleicht genau diese beschriebene Szene dem entspricht, was man selbst erlebt hat.“

    Laut der Entwicklungspsychologie beginnt das Erwachsenenalter erst mit 25 Jahren und bis hin zu diesem Stand (persönliche kognitive Reife mal außenvorgelassen), hat die Umfeld einen großen Einfluss auf Meinungsbildung! Wir beeinflussen Literatur, da möchte ich dir gar nicht widersprechen, aber Literatur (und andere Medien) beeinflussen auch unsere Gesellschaft. Wenn also solche Szenen beschrieben werden (siehe oben) ohne aufgearbeitet zu werden oder als klare sexuelle Phantasie mit dem Einverständnis Beider beschrieben wird, wird dies einen Einfluss auf das gesellschaftliche Denken und dem (sexuellen) Bild der Frau haben.

    Somit meine Frage nochmals:
    Was genau kritisierst du an unserem Beitrag? Bzw. hast du ihn wirklich aufmerksam gelesen, denn der Hauptkern, das Thema welches wir besprechen taucht in deinem Beitrag mit keinem Wort auf.

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    1. Hallo Janna, Danke für den ausführlichen Kommentar. Mein Beitrag ist gar nicht an Kritik an eurem Text gemeint oder als direkte Antwort darauf, sondern einfach für mich die Beantwortung meiner Fragen und dass ich die Begriffe für mich persönlich noch einmal richtig einordne. Bei mir liegt (durch die Fragen, die bei mir aufgekommen sind) der Schwerpunkt auf der FSK-Thematik, da das Thema ja häufiger in der Diskussion zu eurem Beitrag auf Facebook aufgetaucht ist und mich das Thema einfach interessiert hat. Ich habe das Thema sogar mit einer Psychologin ausdiskutiert. Ich kann den Pinback also gerne wieder löschen wenn du möchtest oder separat nochmal aufführen, was ich an eurer Darstellung nicht so gut fand. Aber wie gesagt, dass ist für mich nur die Beantwortung meiner persönlichen Fragen. LG Michaela

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      1. Den Pingback brauchst du nicht löschen, ich bin nur einfach irritiert das du (wie oben schon geschrieben) mit den Worten „fragwürdige Argumente“ beginnst und für mich sich dies jedoch nicht weiter aus deinem Text erschließt. FSK ist in unserem Beitrag nur ein kleiner Teil (ein oder zwei Sätze), dieser macht ja auf etwas ganz anderes aufmerksam und dies geht in diesem Kontext absolut verloren. Wenn Bücher einen Übergriff positiv darstellen, dann sollte darauf aufmerksam gemacht werden – Kennzeichnung in welcher Form auch immer.

        Liebe Grüße

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    2. Ich finde immer noch, dass den Jugendlichen viel zu wenig Selbstverantworung zugesprochen wird.
      Das viel diskutierte Buch „Paper Princess“ ist im übrigen kein Jugendbuch und wird auch nirgends als „Jugendbuch“ aufgeführt.

      Solche Warnungen können gut sein, dann aber für alle, denn auch Menschen über 25 Jahren leider an ihrer Vergangenheit und können genauso mit etwas konfrontiert werden, dass sie nicht oder schlecht verkraften.
      Auch ich habe schon Bücher gelesen, die mir an die Substanz gehen, auch jetzt mit meinen 42 Jahren und die meiner Psyche vielleicht nicht unbedingt gut tun. Tja, was soll ich jetzt machen, immer erstmal andere Leute fragen, was in den Geschichten vorkommt, weil ja vielleicht was vorkommt, was mich vielleicht runterziehen könnte oder beeinflusst?

      Beeinflusst werde ich nur, wenn vorher (!) schon etwas da war – natürlich lösen Geschichten Gefühle aus, aber sie sind nicht eine Ursache, sondern eine Chance sich damit auseinanderzusetzen …

      Jede FSK schreit danach, dass gerade Jugendliche sie durchbrechen wollen – habt ihr in eurer Jugend keine FSK 18 Filme geschaut, obwohl ihr noch nicht 18 wart? ^^ Klar hatte ich Albträume und hab Sachen gesehen, die ich nicht hätte sehen sollen. Aber deshalb wurde mein Weltbild nicht verändert – nur erweitert.

      Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Interessanter Beitrag :D. Ich finde das ist ein echt schwieriges Thema. Ich stimme deiner Meinung zu, dass eine verbindliche FSK nicht sinnvoll ist. Trotzdem gibt es Bücher, die ich jetzt keinem Kind einfach so in die Hand drücken würde. Ich hatte da selber mal ein Erlebnis, weil ich mir früher immer Bücher aus dem Regal meiner Eltern geholt habe. Damals hab ich mit so 11 mal einen recht brutalen Thriller erwischt und konnte dann wochenlang nicht mehr schlafen. Man muss mit dem Ganzen glaub ich einfach sehr bewusst umgehen!

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  3. Ein wirklich guter Beitrag, der in dem Meer der ganzen Beiträge zu diesem Thema vielleicht ein wenig untergeht, aber dennoch eine große Wichtigkeit hat und gut auf den Punkt bringt, was auch in anderen Posts auszudrücken versucht wird. Ich wäre gegen eine FSK für Bücher, ganz einfach, weil es niemanden abhalten würde, die Bücher zu lesen. Mit Filmen ist es doch genauso… Es gibt einfach Unmengen an Menschen, die sich nicht an die FREIWILLIGE Selbstkontrolle halten wollen…

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  4. Meine Meinung zu dem Thema kennst du ja bereits 🙂
    Ein wirklich toller und gut recherchierter Beitrag!
    Es ist immer hilfreich, wenn man über das Thema, über welches man berichtet, auch Bescheid weiß.
    Für mich macht FSK in Büchern wenig Sinn, da es umso neugieriger auf bestimmte Bücher macht und dann vermutlich erst recht an die „falschen“ Leser gerät, ähnlich wie bei Filmen und Games.

    Außerdem nervt mich dieses Toddiskutieren jeglicher kritischer Themen in Büchern aktuell sehr.
    Ja, man kann sich beim Lesen Gedanken dazu machen.
    Nein, das bedeutet für mich nicht, dass es dann automatisch schlechte Bücher sind, so lange sie mich trotzdem unterhalten, was für mich nach wie vor der Hauptaspekt des Lesens ist.
    #darfsiedas?
    Immerhin habe ich ein Gehirn und kann mich von der Thematik abgrenzen.

    Triggerwarnung sind etwas anderes, wobei ich auch dabei aktuell das Gefühl habe, dass mittlerweile angenommen wird durch jeden Pups getriggert zu werden, wobei sich sogar Betroffene zu geäußert haben und schrieben, dass ihnen das nichts ausmache. Ja, ist alles eine Sache der Persönlichkeit. Und trotzdem wird aktuell irgendwie nicht nur unendlich viel diskutiert, sondern auch dramatisiert.

    Liebe Grüße ❤

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    1. P.S. Durch meinen Job in der Psychiatrie kann ich sagen, dass Menschen wirklich durch die verrücktesten Dinge getriggert werden. Wenn man danach ginge müsste man jegliche Literatur verbieten. Insbesondere Krimis, Thriller, aber auch realistische Gegenwartsliteratur mit echten Menschen und echten Geschichten aus dem Leben.

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