Buchblogger 1 x 1: Rechtliches Know-how

Ein paar grundlegende Dinge sollte ihr wissen, damit ihr mit eurem Blog keine Probleme bekommt und dafür müsst ihr noch nicht einmal Saul Goodman anrufen. Natürlich bin ich kein Rechts-Experte, habe mir aber durch Studium, Buchevents und Recherche einiges an Wissen angeeignet. Um wirklich ganz sicher zu gehen, habe ich den Text noch einmal von einem Anwalt für Medienrecht gegenchecken lassen. Hauptsächlich geht es in diesem Beitrag um das Impressum, die Datenschutzrichtlinie und Bild- & Textrechte. Ihr könnt mit den Begriffen nichts anfangen? Kein Problem, hier findet ihr die Erklärung. Aber zu allererst:

Warum ist es so wichtig, dass alles rechtlich korrekt ist? 
Zum einen achten Verlage sehr darauf, dass ihr ein rechtlich gültiges Impressum habt. Zum Anderen sichert ihr euch selbst damit ab, damit kein Abmahner auf euch zukommt und Anwaltskosten von euch verlangt, nur weil ihr etwas auf eurer Seite vergessen habt.

Impressum

Was ist ein Impressum und wer braucht eines?
Im Impressum gebt ihr Angaben über euch als Betreiber an, damit sich eure Nutzer darüber informieren können, mit wem sie es zu tun haben. Diese Angabepflicht ist in § 5 des TMG (Telemediengesetzes) so festgesetzt. Und zwar braucht dieses Impressum jeder – vorausgesetzt er agiert nicht im rein privaten oder familiären Rahmen. Im Grunde bedeutet das, wenn ihr nur Freunde und Familie mit eurem Blog ansprecht und keine Außenstehenden, seid ihr von dieser Impressumspflicht entbunden. Sobald ihr auch Außenstehende ansprecht (und das tut ihr auf Blogs i.d.R) solltet ihr immer ein Impressum angeben! Dasselbe gilt übrigens auch für Blogs, die auf Facebook oder YouTube geführt werden, denn auch hier haftet ihr für eure Inhalte.

Was gehört in ein Impressum? 
Euer Impressum muss eine offensichtlich und gut zugängliche Seite sein. Am besten ihr führt sie als eigene Seite in eurer Navigation oder der Fußleiste auf. Das muss in eurem Impressum enthalten sein:

  • Bezeichnung (Eure Rolle für die Website)
  • Vor- und Nachname
  • Vollständige Adresse (Ein Postfach reicht nicht aus!!!)
  • eine gültige E-Mail Adresse

Außerdem solltet ihr in eurem Impressum auf fremde Schriften, Grafiken und Bilder verweisen, wenn ihr diese für eure Seite benutzt, sofern ihr die Verweise nicht direkt bei dem jeweiligen Medium stehen habt. Mehr dazu findet ihr weiter unten beim Bild- und Textrecht.

WICHTIG: Es müssen alle genannten Punkte angegeben sein, damit ihr wirklich rechtlich abgesichert seid!

Fast alle Webseiten haben in ihrem Impressum darüber hinaus einen so genannten Disclaimer aufgeführt, der Angaben über eure Haftung für die Inhalte auf eurer Seite macht. Damit versichert ihr, dass ihr nichts Widerrechtliches veröffentlicht. Ihr braucht vom Gesetz her keinen Disclaimer, wenn ihr aber doch einen einbauen möchtet, findet ihr auf e-recht24.de eine gute Vorlage, die ihr kopieren könnt. Lest euch den Text allerdings aufmerksam durch und passt Stellen ggf. an eure Bedürfnisse an.

Was tun, wenn du deine Angaben nicht veröffentlichen möchtest? 
Tja, da gibt es ehrlich gesagt keine wirkliche Lösung. Ich habe bisher nie schlechte Erfahrungen damit gemacht und auch noch nie von jemandem gehört, der welche gemacht hätte, nachdem er oder sie seine Angaben im Impressum veröffentlicht hatte. Natürlich sollte man sich bewusst sein, dass diese Informationen dann im Internet zu finden sind und Autoren, Verlage oder auch Leser einen darüber kontaktieren – dafür sind die Daten schließlich da. Das heißt allerdings nicht nicht, dass Leute eure Daten zu anderweitigen Zwecken missbrauchen dürfen. Sollte mal etwas Widerrechtliches vorfallen, könnt ihr euch an die Polizei oder einen Anwalt wenden.

Datenschutz

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Datenschutzrichtlinien und Impressum?
In eurem Impressum macht ihr Angaben über euch und eure Inhalte, beim Datenschutz geht es um die Verarbeitung der Daten eurer Leser. Ihr fragt euch jetzt vielleicht: aber die Leute hinterlassen ihre Daten doch gar nicht auf meiner Website?
Doch, und zwar mit jedem Klick.
Leser hinterlassen Daten beim kommentieren, aber es werden auch Daten im Hintergrund über Herkunftsland, IP-Adresse, aufgerufene Blogposts und vieles mehr über so genannte Cookies gesammelt. Diese werden dann für euch analysiert. Daher ist es wichtig, eure Leser darauf hinzuweisen, dass und wie ihre Daten verarbeitet werden.

Was gehört in die Datenschutzrichtlinien? 
Zunächst einmal braucht ihr hierfür eine eigene, getrennte Seite von eurem Impressum, die ebenfalls leicht zugänglich sein sollte. Auch hier könnt ihr euch an einer Vorlage für eure Datenschutzerklärung orientieren. Außerdem solltet ihr für eure Seite das „EU-Cookie-Widget“ aktivieren. Das ist ein Pop up-Banner, was beim Öffnen der Seite erscheint und den Besucher über die Verwendung von Cookies informiert.

WICHTIG: Auch hier gilt: lest euch die Texte einmal aufmerksam durch, damit ihr wisst, was drinsteht und ob ihr die Inhalte anpassen müsst. Kopiert nicht einfach rechtliche Texte, das könnte sonst böse enden. Sollte diese Vorlage nicht euren Ansprüchen gerecht werden, gibt es sowohl für Impressum, als auch Datenschutzrichtlinien jeweils eigene Generatoren, z.B. auf e-recht24.de.

Bild- und Textrechte

Braucht man Quellenangaben und wo gehören sie hin?
Leider ein Thema, was auch viel zu sehr unterschätzt wird. Wir alle nehmen Cover von Verlagen, der ein oder andere auch den Klappentext und sogar Zitate. Wenn ihr das tut, müsst ihr eine Quelle angeben! Und zwar immer und direkt bei dem jeweiligen Objekt. Hier reicht es nicht, die Verlage nur auf einer Dankesseite oder im Impressum anzugeben.

(c) impress
(c) impress

Ihr habt das Cover des Verlags genommen? Dann fügt in die Beschreibung ein einfaches „(c) Verlagsname“ ein (s. rechts). Habt ihr zusätzlich noch den Klappentext verwendet, dann müsst ihr auch hier die Quelle angeben, ebenso wie bei Zitaten. Natürlich gilt das auch für Selfpublisher.

Woher weiß ich, ob ich Texte und Bilder benutzen darf?
Viele Verlage haben auf ihrer Seite für Blogger, bzw. Presse, ausdrücklich stehen, was man verwenden darf und was nicht oder sogar einen eigenen Downloadbereich für solche Zwecke. Schaut euch das am besten einmal für die einzelnen Verlage an. Eine Auswahl verschiedener Verlage aus dem Jugendbuch- und Fantasy-Bereich habe ich euch unten verlinkt. Sollte es irgendwo nicht stehen und ihr seid euch nicht sicher? Dann fragt am besten einmal nach, so seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Warum ist das so wichtig?
Auch hier könnt ihr üblen Ärger bekommen. Jeder Text, jedes Bild und jede Grafik unterliegen dem Urheberrecht, das liegt bei demjenigen, der sie erstellt hat. Bei einem Buch hat der Autor z.B. das Urheberrecht am Text. In Absprache mit dem Verlag räumt der Autor diesem Nutzungsrechte ein, dass sie alles, was zum Roman gehört ausschließlich verwenden dürfen und weitere Nutzungsrechte für Dritte einräumen dürfen. Wir zählen in diesem Fall zu den Dritten und sind dazu verpflichtet anzugeben, woher wir Grafiken und Texte haben, denn darauf haben Verlag und Autor laut dem Urhebergesetz ein Recht. Solltet ihr dem nicht entsprechen, bekommt ihr im besten Fall einen freundlichen Hinweis, die Angaben zu ergänzen oder die Grafik von eurer Seite zu nehmen. Im Ernstfall könnt ihr deswegen sogar eine Klage riskieren.

Und wie sieht es mit anderen Bildern und Grafiken aus? 
Natürlich braucht man zwischendurch auch mal Bilder, die nicht vom Verlag stammen, z.B. beim Header. Nehmt dafür bitte nicht einfach Bilder von Google, Flickr, Pinterest & co, sondern sucht speziell nach so genannten lizenzfreien Bildern für einen nicht kommerziellen Gebrauch. Das bedeutet, dass ihr die Bilder für eine Webseite benutzt, mit der ihr kein Geld verdient. Bei dem jeweiligen Bild steht dabei, ob ihr auf den Künstler verweisen müsst oder nicht, aber in der Regel solltet ihr auch hier immer eine Quellenangabe machen. Ich habe diese für Header, Blogpostbilder und Grafiken in meinem Impressum verlinkt. Es gibt einige Seiten, die solche Bilder anbieten. Ich nutze hier am liebsten Pixabay.

Mehr Informationen zum Thema erhaltet ihr auch auf e-recht24.

Übersicht Bloggerinformationen auf Verlagsseiten:
Arena
Bastei Lübbe
Carlsen / impress / Dark Dimonds
Coppenrath
Fischer Verlagsgruppe
Loewe
Oetinger Verlagsgruppe
Piper
Randomhouse Verlagsgruppe
Sollte euer Lieblingsverlag hier nicht aufgeführt sein, googlet am besten den entsprechenden Verlagsnamen + Blogger, dann solltet ihr alle wichtigen Informationen bekommen. 🙂 Ich hoffe dieser „kleine“ Einblick in die Rechtswelt hat euch weiter geholfen und vielleicht hat der ein oder andere ja sogar noch etwas Neues erfahren. Beim nächsten Mal geht es um eine der wichtigsten Fragen für mich am Anfang: Wie bekomme ich eigentlich Leser?

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