Die Sache mit den Buchfotos

Diese Woche ist etwas passiert, was mich wirklich schockiert zurückgelassen hat und was Grund für diesen kleinen Beitrag ist. Aber von vorne. Wir alle laden sie in unserer eigenen Version hoch – ob auf dem Blog, bei Facebook, Instagram, Snapchat oder wo auch immer: unsere Buchfotos. Ob mit Essen in der Mittagspause, draußen im Garten oder liebevoll mit Accessoires dekoriert, jedem Buchfoto wohnt etwas Besonderes inne. Das rührt nicht zuletzt daher, dass sehr viel Mühe in diesen Fotos steckt.

Für ein Buchfoto brauche ich in der Regel 15 bis 20 Minuten. Manchmal geht es schneller, bei manchen Fotos aber auch deutlich langsamer. Dann sieht das Foto einfach nicht so aus, wie in meiner Vorstellung, das Licht passt nicht oder es will einfach nicht klappen. In solchen Momenten lasse ich das Foto dann komplett sein und versuche es zu einem späteren Zeitpunkt erneut. An einem Wochenende, an dem ich mal etwas Zeit habe, kommt es schon mal vor, dass ich zwei Stunden lang nur Buchfotos mache – das Ergebnis mit wirklich guten Bildern ist dann ernüchternd. Und es gibt auch Leute, die noch viel länger brauchen als ich.

Diese Woche habe ich dann durch Zufall entdeckt, dass zwei Bloggerinnen eines meiner Buchfotos für ihre eigene Rezension auf ihrem Blog verwendet haben – ohne, dass ich davon wusste. Aufmerksam darauf geworden bin ich nur, da die Autorin des Buches unter einem Beitrag der Bloggerinnen kommentiert hat, den sie in verschiedenen Buchgruppen geteilt haben. Erst habe ich das Bild nur in der Vorschau zum Link gesehen, aber als ich dann auf den Link gegangen bin hat sich herausgestellt, dass es tatsächlich mein Bild ist – ohne jegliche Quellenangabe.

Auf meine Bitte hin das Bild runterzunehmen oder wenigstens meinen Blog als Quelle zu ergänzen kam die Antwort, dass die Person dachte, ihre Bloggerkollegin hätte das Bild erstellt – ob das stimmt, sei mal dahin gestellt. Sie hat mich dann auch im Vorwort erwähnt mit den Worten „Vielen Dank an den Blog Bücherschmöker, der uns das Titelbild freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.“ Ich selber habe mir dann nur gedacht, dass es die vollkommen falsche Formulierung ist, schließlich habe ich nichts dergleichen getan.

Die ganze Situation lässt einen bitteren Geschmack bei mir zurück, denn das Foto ist eins von den aufwendigeren gewesen und es ist einfach nicht in Ordnung, dass das Bild verwendet wurde. Abgesehen von meinen Gefühlen ist es auch verboten fremde Bilder ohne Erlaubnis zu verwenden – das nennt man Urheberrecht. Noch dazu ist es auch nicht gut für die eigene Reputation fremde Bilder zu verwenden. Jeder hat seinen eigenen Stil und man sieht auf die Dauer, wenn es verschiedene Stile sind.

Tut euch bitte selbst einen Gefallen und achtet da genau drauf, denn Urheberrechtsverletzungen können mit unter sehr sehr teuer werden. Ich hätte dieser Person nicht schreiben müssen – ich hätte auch einfach direkt einen Anwalt einschalten können. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr das Bild verwenden dürft, dann lasst es am besten ganz bleiben. Dürft ihr es verwenden, dann schreibt auf jeden Fall die Quelle direkt zum Bild! Die einzigen Bilder, die man verwenden darf ohne Absprache sind lizenzfreie Bilder, also Bilder, die mit einem ausdrücklichen Hinweis versehen sind, dass sie frei verwendet werden dürfen. Im Klartext heißt das, ihr dürft nicht einfach Bilder von Google, Facebook, Instagram & co nehmen.

Vor kurzem habe ich einen Artikel zu dem Thema rechtliches für Buchblogger geschrieben, darin wird das Thema auch aufgefasst. Ich wünschte die beiden Bloggerin hätten diesen Artikel gelesen oder sich anderweitig über das Thema informiert. Haltet vielleicht beim nächsten Bild, dass ihr verwendet kurz inne und fragt euch: darf ich das? Das erspart euch und dem Blogger, der viel Mühe in dieses Bild gesteckt hat einiges an Sorgen und Enttäuschungen.

Eure

unterschrift

(Für alle, die interessiert, wie die Geschichte ausgegangen ist: die Bloggerinnen haben nicht nur das Bild rausgenommen, sondern auch alle Posts bei Facebook mit dem Bild entfernt. 🙂 )

7 Gedanken zu “Die Sache mit den Buchfotos

    1. Ja und auch direkt, als sie dann die Nachricht gesehen hat. Ich finde auch, das geht nicht. Selbst wann man keine Ahnung von Urheberrecht hat, gibt es immer noch so einen moralischen Aspekt. Bilder kann man ja unzusammenhängend über Google finden, aber Texte muss man schon von der Website nehmen…echt krass.

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