Die unergründlichen Wege der Literatur

Manchmal ist es schon merkwürdig, wie einige unserer Herzensbücher und -autoren es so in unser Bücherregal und damit auch in unser Leben schaffen, oder? Oft kaufen wir uns Bücher, nur, um sie dann ins Regal zu stellen und sie zu vergessen. Dort stehen sie und warten darauf gelesen zu werden. Warten, dass wir ihre Seiten und Geschichten erkunden und uns gemeinsam auf ein Abenteuer begeben. Und manchmal stoßen wir dabei auf echte Schätze. Dieses Buch hat uns vielleicht eine gute Freundin empfohlen, wir sind über eine großartige Rezension gestolpert oder irgendetwas hat uns im Buchladen einfach zu diesem Buch hingezogen. Lacht ruhig, aber ich denke Literatur hat ihre eigene Seele – oder zumindest ihren eigenen Kopf. Denn manchmal wirkt es einfach wie Schicksal, dass wir auf ein bestimmtes Buch oder eine bestimmte Geschichte in einem bestimmten Moment treffen. Vielleicht hat ja Fortuna ihre Finger im Spiel, vielleicht auch eine Muse – wer weiß das schon? Fest steht jedenfalls, dass es diese Bücher gibt, die uns anziehen, die wir vergessen und sich dann doch in unser Herz nisten.

Mir ist so etwas mit Jennie Niven passiert. Vor Ewigkeiten konnte ich mir ein kostenloses Hörbuch bei Audible aussuchen. Mir war nach einem Jugendbuch, also suchte ich in der entsprechenden Kategorie nach ungekürzten Lesungen, denn wenn schon, denn schon – richtig? Letztendlich entschied ich mich für All die verdammt perfekten Tage. Irgendwie hatte ich in Erinnerung, dass es ganz gut sein solle, auf den Autor hatte ich überhaupt nicht geachtet. Danach verstaubte es auf meinem PC. Als ich letztens eine eher leselethargische Phase hatte und nichts mich so richtig packen konnte, habe ich angefangen genau dieses Hörbuch zu hören – und es dann ganz schnell wieder sein lassen, denn auch das war nicht das Richtige für mich. Kurz davor stand ich in einem Thalia in Bayern und hatte Holding up the universe in der Hand – ebenfalls von Jennie Niven. Nachdem ich den Klappentext gelesen hatte, kam mir die Handlung irgendwie bekannt vor. Als mir einfiel woher, musste ich erst mal Lachen: aus meinem eigenen Neuerscheinungs Post. Unter dem Titel Stell dir vor, dass ich dich liebe ist das Buch nämlich im Juni hier in Deutschland erschienen. Da ich die Englische Ausgabe aber so schön fand, habe ich es mitgenommen. Und auch dieses Buch steht seit letzten Monat in meinem Regal und lässt es sich dort gutgehen.

Gestern, als ich Kopfschmerzen hatte und nicht lesen konnte, habe ich dann das Hörbuch zu All die verdammt perfekten Tage noch einmal von vorne gehört. In der Mitte habe ich dann auch irgendwann einmal gemerkt, dass es von Jennie Niven ist, aber dieses Buch – es hat mich total mitgenommen und berührt. Es hat gleichzeitig ganz helle, aber auch sehr düstere Momente und hat so gewaltige und schöne Formulierungen, dass ich richtige Gänsehaut bekommen habe. Am Ende hat es mich fassungslos und heulend zurückgelassen. Umso mehr freue ich mich jetzt auf Holding up the universe. Manchmal ist es komisch wie wir zu solchen Geschichten gelangen, aber meistens, lohnt es sich eben auch! ❤

Eure

unterschrift

15 Gedanken zu “Die unergründlichen Wege der Literatur

  1. Ein wirklich schöner Beitrag liebe Michi ❤
    Ich bin ganz gespannt auf Holding up, was sich schon auf dem SuB befindet, vor allem weil mich All die verdammt perfekten Tage gar nicht begeistern konnte, ich fand es leider eher total deprimierend und hoffnungslos.
    Aber es freut mich sehr, dass es dir gefallen hat, auch wenn du weinen musstest.

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  2. Mir geht es auch oft so, dass ich deutschen und englischen Ausgaben einander gar nicht zuordnen kann. Nur gut, dass ich deshalb noch kein Buch doppelt gekauft habe 😀 „All die verdammt perfekten Tage“ habe ich geliebt und deshalb bin ich auch sehr gespannt auf das andere Buch der Autorin. Schön, dass es dich auch so begeistern konnte. Manche Bücher brauchen eben einfach den richtigen Zeitpunkt 🙂

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      1. Ja, genau 😀 Gerade bei den Covern frage ich mich oft, was der deutsche Verlag sich dabei gedacht hat, weil das Original so viel schöner war. Bei dieser Autorin finde ich die deutschen Cover aber schon hübsch.

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  3. Mit deinem Post sprichst du mir direkt aus der Seele. Allerdings nicht, was Jennifer Niven angeht. Das schmerzt mich zu sagen, denn ich ich finde die Themenwahl der Autorin so toll und einzigartig. Ich habe beide ihrer Bücher besessen (einmal als Wanderbuch und einmal komplett selbst), weil ich genau davon so angetan war und dann feststellen musste, dass ihre Art zu schreiben einfach nicht meins ist. Zwei Chancen habe ich ihr gegeben und jetzt gibt es keine weitere.

    Allerdings kann ich dir in dem Punkt zustimmen, dass man manchmal Bücher findet und sich fragt, wieso es so lange gedauert hat, bis man die gelesen hat. So ging es mir neulich mit Das Schloss in den Wolken.

    Liebst,
    Jule

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    1. Oh das tut mir leid. Ich bin wirklich sehr gespannt auf das zweite Buch, das ich ja dann auf Englisch lesen werde. Ich hab allerdings schon einmal reingelinst und auch den Anfang fand ich schon wieder toll.
      Das sind dann mit die Geschichte, worüber man sich am meisten freu! ❤
      Liebe Grüße Michi ❤

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