Buchblogger 1 x 1: Schreibtipps für eure Beiträge

Oft steht man bei Beiträgen genau vor denselben Problemen: Welche Überschrift passt am besten? Wie baue ich meinen Text am besten auf? Ich schreibe gerade etwas, aber irgendwie hakt es, was soll ich tun? Viele von euch wissen es vermutlich nicht: ich hab Journalismus studiert und im Rahmen meines PR-Volos einige Techniken für kreatives Schrieben mitgenommen. Daher möchte ich euch in diesem Beitrag einmal ein paar Schreibtipps geben, die euch helfen mit diesen Problemen fertig zu werden.

Problem #1: Wie finde ich eine geeignete Überschrift?

Mit Überschriften habe ich am häufigsten Probleme, sofern es nicht gerade Rezensionen sind. Dabei sind sie extrem wichtig. Die meisten Leute lesen nur noch selektiv, daher ist die Überschrift so extrem wichtig, denn viele entscheiden danach, ob sie den Beitrag überhaupt lesen möchten. Lassen wir hier die SEO-Aspekte erst einmal außer Acht. Eine gute Überschrift sollte den Inhalt des Textes widerspiegeln, gleichzeitig aber auch griffig sein und den Leser irgendwie anfixen, dass er auf euren Beitrag klickt, schließlich ist die Überschrift das erste, was ihm ins Auge springt.

Dabei gilt die Faustregel: So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Doch was heißt das genau? Vermeidet am besten zu lange Phrasen für eine Überschrift, sondern versucht es kurz und knackig zu halten. Überlegt euch am besten: bei was für Überschriften klicke ich und fühle mich selbst angesprochen? So habt ihr schon einige Beispiele. Für Interviews nehme ich beispielsweise, sofern vorhanden, eine kurze eingängige Phrase, die mein Interviewpartner selbst gesagt hat. Bei Kolumnen versuche ich die Hauptaussage treffend zu formulieren. Bei Aufzählungen funktionieren Sachen wie Top 10 o.ä. sehr gut. Was auch sehr gut ankommt, sind Fragen als Überschriften oder absichtlich provokant formulierte Aussagen.

Problem #2: Wie schreibe ich einen interessanten Texteinstieg?

Ihr habt eine für den Leser interessante Überschrift gefunden und er geht auf euren Beitrag. Sehr gut, denn dann ist die erste Hürde schon einmal geschafft. Als nächstes steht der Texteinstieg, der mindestens genauso wichtig ist, denn dieser entscheidet darüber, ob der Leser auch den gesamten Beitrag liest. Generell gilt auch hier: es sollten die wichtigsten Punkte, die ihr im Text ansprechen möchtet, enthalten sein und den Leser so neugierig machen, dass er den Beitrag weiterliest. Im klassischen Journalismus heißt dieser erste Abschnitt Lead oder auch Teaser und orientiert sich an den sieben W-Frage:

  1. wer (hat etwas getan)
  2. was (hat er denn getan)
  3. wo (hat er es getan)
  4. wann (hat er es getan)
  5. wie (hat er es getan)
  6. warum (hat er es getan)
  7. woher (ist die Information)

Wenn ihr diese Fragen beantworten könnt, dann habt ihr auf jeden Fall die wichtigsten Informationen in eurem Texteinstieg enthalten. Achtet nur darauf, euch anschließend nicht zu wiederholen und noch nicht zu viel zu verraten, denn wie gesagt, die Neugier des Lesers muss geweckt werden. Orientiert euch auch hier am besten an den Texten, die euch selber interessieren und euch dazu gebracht haben weiterzulesen. Auch ein gutes Beispiel sind hier Film- oder Serien-Teaser. Sie greifen die wichtigsten/ lustigsten/ emotionalsten Szenen auf und geben euch so in kürzester Zeit einen Einblick in den kommenden Film oder die Serie. Und was passiert, wenn er gut gemacht ist? Ihr bekommt Lust auf mehr. Überlegt euch einfach, was euren Leser (oder auch euch) am meisten ansprechen würde und geht dann darauf ein.

Problem #3: Wie baue ich einen Text auf?

Überschrift und Einstieg sind geschafft, doch wie baut man jetzt am besten den Text weiter auf? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Nach der journalistischen Lehre sollte man einen Text so aufbauen, dass der wichtigste Content oben steht und nach unten hin immer unwichtiger wird. Das hat den Vorteil, dass bei Platzmangel hinten Text gestrichen werden kann. Für die meisten Texte macht das Sinn, da wir Leser selektiv lesen, wie schon gesagt. Dadurch liest man am Anfang und überfliegt den Text im weiteren Verlauf immer mehr. Bei Argumentationsketten macht es Sinn, das stärkste Argument entweder ganz an den Anfang zu stellen oder ans Ende, denn das sind die Stellen, die am ehesten einprägsam sind für Leser. Letzteres wäre zum Beispiel der Fall bei einer Top 10 Liste. Nach diesen Schemata könnt ihr euch richten, wenn ihr mal nicht weiter wisst. Mit ein bisschen Textgefühl glaube ich aber, dass sich der Aufbau von ganz alleine ergibt. Und mit der Zeit wird es definitiv einfacher Texte zu schreiben oder aufzubauen – das ist alles nur eine Sache der Übung. 🙂

Problem #4: Es hakt beim Schreiben, was tun?

Kommen wir zum letzten Problem. Man stiert nur noch auf den Bildschirm, fühlt sich eng im Kopf und irgendwie klingt jede Formulierung doof. Kommt euch bekannt vor? Ich hab hier drei Techniken, wie ihr den Kopf wieder „weit“ machen könnt und dadurch etwas Ordnung in euer Kopfchaos bringt. Zum Teil könnt ihr so sogar neue Beitragsideen finden, oder euch ganze Beiträge erarbeiten.

1) Bleib im Flow
Die erste Übung ist aus dem Bereich kreatives Schreiben. Nehmt euch einen Stift und ein Blatt Papier – ja die Übung funktioniert tatsächlich analog! Stellt euch einen Timer auf dem Handy über eine Minute. Dann geht es los. Schreibt alles, was ihr im Kopf habt zu dem Thema auf oder auch alles anderes, was euch gerade so an Gedanken kommt. Der Trick hierbei ist, den Stift nicht abzusetzen. Wenn euch gerade nichts einfallen will, dann mal Kreise oder Linien, Hauptsache ihr schreibt immer weiter. Diese Runden wiederholt ihr noch zwei Mal und macht kurz Pause jeweils zwischen den Runden. Wichtig: in jeder neuen Runde schreibt ihr euch als erste den letzten Satz aus der vorherigen noch einmal auf. Erst dann startet ihr den Timer erneut und fangt bei diesem Satz wieder an.

2) Aufs Wort gekommen
Die zweite Methode funktioniert ähnlich. Sucht euch einen Hauptbegriff und nehmt euch Papier und Stift zur Hand. Anschließend stellt ihr euch einen Timer über drei Minuten. In dieser Zeit schreibt ihr euch alle Stichworte auf, die euch zu diesem Begriff einfallen. In der nächsten Runde nehmt ihr euch drei bis fünf der aufgeschriebenen Begriffe, die euch am wichtigsten erscheinen und brecht diese in jeweils neuen Runden zu neuen Begriffen runter. So könnt ihr nicht nur euren Kopf frei machen, sondern auch neue Beitragsideen finden.

3) Die Warum-Frage
Die letzte Übung hilft euch eher, Argumentationsketten zu finden, bzw. eine Grundproblematik, aber ich finde sie total interessant, daher möchte ich sie gerne mit aufnehmen. Nehmt euch fünf Post-its und nummeriert diese von eins bis fünf durch. Wenn ihr eine Problematik habt, dann fragt euch warum und schreibt die Antwort auf das erste Post-it. Anschließend fragt ihr euch Warum? zu dieser Frage und schreibt die Antwort auf den zweiten Post-it. So geht es weiter, bis ihr beim ersten angekommen seid. Das Ergebnis wird euch überraschen. So könnt ihr vielleicht auch ergründen, warum ihr in dem Moment eine Schreibblockade habt. 🙂

Ich hoffe diese Tipps konnten euch etwas weiterhelfen. Wenn ihr mal ein konkretes Problem habt, könnt ihr mir aber auch gerne schreiben. Der nächste Beitrag dreht sich rund ums Thema Social Media. Braucht ihr soziale Netzwerke für euren Blog? Welche gibt es und wozu sind sie eigentlich gut? Und wie häufig und was sollte man posten? Jetzt wünsche ich euch aber erst einmal einen schönen Sonntag!

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