Lasst doch mal den Instagram Perfektionismus und genießt den Moment 

Heute einmal nichts buchiges, aber etwas, das ich gerne an euch weitergeben möchte, insbesondere in Anbetracht der anstehenden Buchmesse. Ich bin gerade auf Ibiza – schönes Wetter, schöne Strände, eine schöne Stadt und noch schönere Menschen. Allerdings habe ich glaube ich noch nie einen Ort gesehen, an dem die Menschen so selbstinszenierend sind. Überall werden Fotoshootings veranstaltet um auch ja das perfekte Bild zu bekommen – teilweise bis zum Exes. 

Auf der Fähre von Formenterra nach Ibiza durfte ich gerade ein absolutes Naturschauspiel erleben. Auf der einen Seite gab es einen phänomenalen Sonnenuntergang und auf der anderen hat sich quasi aus dem Wasser ein roter Vollmond erhoben. Es sah einfach faszinierend aus. Doch dann kam eine ganze Horde Menschen aus dem inneren der Fähre nach draußen gerannt um Fotos zu machen – alle mit dem Handy. Es war kein einziger dabei, der diese wunderschönen Bilder mit der Kamera eingefangen hätte, sondern nur mit der „billigen“ Handykamera, die diese Farben gar nicht richtig wiedergeben kann. Ja ich weiß, Handykameras sind extrem gut geworden, aber solche Bilder kann man nur mit einer Kamera einfangen. 

Es blieb aber nicht bei einem Foto. Nein, es wurden Instagramstories erstellt, gefühlt 10.000 Selfies, Videos, einfach das volle Programm aus allen Winkeln und auf allen Seiten. Mein Favorit war ja das Mädchen, das tatsächlich ein Duckface gemacht hat. In der Zeit, wo dieser Fotowahnsinn auf der Jagd nach dem perfekten Shot stattgefunden hat, ist dieser magische Moment vorbei gegangen. Anstatt diese Atmosphäre einmal in sich aufzunehmen, hatten all diese Menschen nur damit zu tun, einen Moment einzufangen und auf Instagram zu stellen, um zu zeigen, dass sie ein ach so perfektes Leben haben und haben darüber den Moment verpasst. 

Klar, man könnte sagen, man erlebt den Moment durch die Kamera. Durch sinnloses Knipsen über einen Bildschirm bleibt allerdings nicht viel hängen, lässt euch das gesagt sein. Unser Leben ist nicht perfekt, bei keinem von uns, auch, wenn wir es auf Instagram und co gerne mal so darstellen. Wir brauchen nicht das perfekte Licht oder das perfekte Foto, um Glück zu empfinden oder Spaß zu haben. Das funktioniert viel besser ungezwungen und im echten Leben. Momente einfangen ist schön, einzigartige Momente verpassen aber unheimlich traurig. Diese Menschen vom Boot werden dieses Schauspiel vermutlich nie wieder sehen, nur weil sie mit dem Knipsen von Selfies beschäftigt waren. 

Also tut euch einen Gefallen und lasst einfach mal das Handy stecken. Setzt euch, atmet tief durch und lasst einfach mal die Umgebung und die Atmosphäre auf euch wirken. So erinnert ihr euch nachher viel besser an die „perfekten“ Momente, als wenn ihr versucht das „perfekte“ Foto zu schießen. 

16 Gedanken zu “Lasst doch mal den Instagram Perfektionismus und genießt den Moment 

  1. Toller Beitrag ❤
    Manchmal muss man solche Dinge spontan von der Seele schreiben, ich kenne das.
    Ich kann dir da zustimmen, ich würde mir auch wünschen, dass Menschen die Momente einfach mal genießen und wertschätzen und nicht den Fokus darauf legen sie für die Nachwelt oder für den Instagram Feed festzuhalten.

    Und wie sagt man so schön? Die Momente in denen man vergessen hat Fotos zu machen waren doch oft die schönsten.

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  2. Ich stimme dir absolut zu! Leider muss ich gestehen, dass ich mich dann meist nicht zusammen reißen kann und auch ein Bild mache (ich beschränke es aber auf 1-2) aber man sollte sich immer auch mal darauf konzentrieren den Augenblick NICHT durch die Kameralinse/Handydisplay zu genießen!!

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  3. Kann dir da einfach nur zustimmen ❤ ich besitze immer noch kein Handy (nicht nachfragen bitte… Eltern und so) und durch das geniesse ich einfach immer die Momente.

    Liebe Grüsse und danke für den tollen Beitrag!

    Josia

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  4. Huhu Michi,

    das ist ein toller Beitrag und ich kann dir absolut zustimmen. Ich merke das nicht nur an schönen Orten sondern auch bei Lesungen, Konzerten, im Urlaub etc. Ständig wird das Handy ausgepackt, man lässt andere an seinen Erlebnissen teilhaben und vergisst dabei, selbst alles zu erleben.

    Am Ende eines Urlaubs oder Ausflugs habe ich zwar meistens viel zu wenige Fotos, dafür aber wundervolle Erinnerungen.

    Liebst,
    Jule

    Gefällt 1 Person

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