Harte Wahrheiten über Blogpausen

Vielleicht ist es dem ein oder anderen aufgefallen, vielleicht aber auch nicht: Ich hab in letzter Zeit eigentlich gar nicht gebloggt. Weder hier, noch auf einem anderen Kanal. Über Weihnachten und Neujahr habe ich eine komplette offline Pause eingelegt und das war unglaublich befreiend. Als das neue Jahr wieder angefangen hatte hab ich gemerkt: ich kann mich kaum motivieren etwas zu schreiben oder Bilder zu machen. Ich wollte meine offline Zeit so gut es geht noch weiter auskosten. Bisher ist die Motivation nicht wirklich zurückgekommen, aber dafür die Lust. Vorletztes Wochenende war ich auf einem Barcamp, wo auch einige Blogger dabei waren. Es waren keine Buchblogger, aber einfach der Austausch über das Bloggen hat mir Lust gemacht, mich mal wieder an den PC zu setzen und etwas zu schreiben. Trotzdem sind mir in meiner blogfreien Zeit einige Gedanken gekommen, die ich zum Thema „Blogpause“ gerne mit euch teilen möchte. Hier also meine harten Wahrheiten über Blogpausen.

Pause. Und danach geht alles weiter wie gewohnt?

Erst einmal: der Begriff ist für mich komplett falsch. Genauso wie Beziehungspausen – urg. Pause bedeutet, dass ihr etwas stoppt und genau an dieser Stelle wieder ansetzt. Aber so funktioniert das leider nicht, denn alle anderen um einen herum machen ja weiter. In der Zeit wo ihr euch also eine Auszeit nehmt, dreht sich vieles weiter und dadurch geht natürlich einiges verloren. Reden wir jetzt mal nicht von Followerzahlen, aber die werden natürlich auch beeinflusst. In erster Linie vernachlässigt ihr eure Kontakte. In meinem Fall war es so, dass ich mich mit fast keinem Buchbloggerthema mehr umgeben habe und mich damit auch kaum noch mit Buchbloggerfreundinnen ausgetauscht habe oder auf anderen Blogs geschaut habe. Ab einer gewissen Zeit ist man einfach raus aus der Diskussion und wenn man Pech hat, kommt man auch nicht mehr rein. Genauso wie in die Themenwelt. Natürlich ist es schwer, wenn man fast nur Buchblogs folgt, am Rande nicht doch mal etwas auf Facebook und co. mitzubekommen. Aber man setzt sich nicht mehr aktiv mit den Themen auseinander und verliert auch hier irgendwo den Anschluss und muss sich erst mal wieder einarbeiten, was für Strömungen in der Buchbloggerlandschaft gerade aktuell sind.

Die Motivation im Jojo-Effekt

Wenn ihr euch schon einmal eine Blogauszeit genommen habt, habt ihr diesen Satz vielleicht schon mal geschrieben. Auf jeden Fall habt ihr ihn aber schon mal irgendwo gelesen. Um welchen Satz es geht? „Ich bin voller Motivation und mit vielen neuen Ideen zurück.“ Das soll kein Angriff auf jemanden sein, aber ich finde diesen Satz einfach falsch. Ich finde, die Ideen verändern sich nicht so wirklich, man hatte vielleicht nur mal mehr Zeit, sich mit der ein oder anderen auseinanderzusetzen und mit der Motivation ist das so eine Sache. Das Umfeld bleibt dasselbe, auch nach eurer Auszeit. Also auch wenn ihr motiviert seid, steht ihr nachher vermutlich wieder vor den selben Problemen: Zeit-Jonglieren zwischen Job/Uni/Schule, Bloggen und eurer Freizeit; Konkurrenzdruck; gewünschte Erfolge bleiben aus… und so weiter. Plötzlich die ganze schöne Motivation wieder flöten, ähnlich wie bei Neujahrsvorsätze. Und was darauf folgt? In der Regel bei vielen wieder eine Auszeit.

Generell finde ich Auszeit und Widerkehr mit Ansage nicht gut. Natürlich gibt es einige gute Argumente, warum man Pausen ankündigen sollte für seine Leser. Aber die traurige Wahrheit? Vielen fällt bei der Masse an Buchblogs, die wir nun mal haben, erst auf, dass man länger nichts gemacht hat, wenn man plötzlich wieder etwas macht. Eine Ankündigung ist also nicht so zwingend notwendig, wie man vielleicht denkt. Unter dem Aspekt mit der Motivation oben sind auch Ankündigen a lá „Ich bin wieder zurück“ nicht so schlau. Dann sieht es nämlich irgendwann so auf eurem Blog und Social Media Kanälen aus: Mache Pause, bin wieder da, mache Pause, bin wieder da… und dazwischen keine oder kaum andere Beiträge.

Wer definiert überhaupt, was eine Blogpause ist?

Letztendlich ist es doch so, dass jeder dann bloggt, wenn er gerade Lust und Zeit hat. Natürlich gibt es Empfehlungen, wann man wie viel machen sollte, aber ganz ehrlich? Es ist euer Blog und in welchen Abständen ihr etwas postet ist komplett eure Sache. Wenn ihr beispielsweise eine Woche nichts schreibt, ist dass dann schon eine Blogpause? Oder wenn jemand nur vier Beiträge in einem Monat schreibt, macht er dazwischen dann immer Pause? Ich hoffe, ihr wisst was ich meine – der Begriff ist für mich einfach murks und überhaupt nicht definierbar.

Bei mir war es so, dass ich gemerkt hab, dass durch das Bloggen einfach viele Dinge hintenanstanden, was ich so nicht länger wollte. Bei euch ist es vielleicht ein anderer Grund. Momentan möchte ich das Bloggen aber nicht aufgeben, daher muss ich jetzt eine neue Routine für mich finden, wann ich wie viel investieren möchte und bereit bin zu geben. Und genau das ist im übrigen auch der einzige Weg, nicht in die Teufelsspirale von oben zu geraten. Macht euch diese Sachen klar. Nehmt euch ruhig Auszeiten, wenn euch etwas am Bloggen stört (ohne große Ankündigung) und macht euch Gedanken, was genau ihr verändert, damit es euch wieder Spaß macht. Überlegt vielleicht zwischendurch auch mal, ob ihr überhaupt noch bloggen wollt. Und wenn ihr denkt, ihr habt für euch einen guten Weg gefunden, dann fangt wieder an, auch wenn das vielleicht an der ein oder anderen Stelle einen Abzug bedeutet.

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Das waren meine fünf Pence zum Thema Blogauszeiten, bzw. Blogpausen (können wir das Wort bitte in Zukunft vermeiden?). Erzählt mir doch gerne, was ihr so für Erfahrungen während einer Blogabstinenz gemacht hat.

Eure

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8 Gedanken zu “Harte Wahrheiten über Blogpausen

  1. Man sagr ja, ein Blog lebe von Regelmäßigkeit bzw. regelmäßigen Beiträgen. Habe mich eine Zeit lang an eine Reihe gewagt (Gedanken am Mittwoch“ und lasse das jetzt zum zweiten Mal aus. Lieber so, als ein erzwungener 0815-Spruch.
    Stattdessen habe ich mehr Lust auf andere Beiträge (Tante Molly & Herbert) weil es eben momentan altueller und relevanter für mich ist.

    Eine längere Zeit aber gar nichts zu schreiben…hm…das möchte ich eigtl. nicht. Und wenn es „nur“ ein Haiku ist…

    Bei Bücherbloggern..hm..da steckt ja doch immer eine Menge Arbeit und mehrere Schritte dahinter. Vieleicht sollten wir auf Balu hören und es mit Gemütlichkeit probieren. Selbst, wenn die Zeit zum Vorbereiten eines Beitrags wäre, darf die Lust auch nicht fehlen. Schreiben soll ja auch Spaß machen. 😊

    Komm(t) gut in den Tag!

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  2. Hallo Michi!

    Ich bin mit fast allen Punkten einverstanden, aber die Sache mit der Motivation & den neuen Ideen sehe ich etwas anders. Ich denke sehr wohl, dass das möglich ist. Ich merke selbst, dass mir immer dann neue Ideen kommen, wenn ich das bloggen mal für eine Woche sein lasse. Also nicht nur das veröffentlichen von Beiträgen, sondern das ganze drum herum auch. Und wenn ich dann im „Flow“ bin, wie ich es immer nenne, bin ich wieder super motiviert mehr Zeit in meinen Blog zu stecken und auch wieder aktiver mit anderen zu kommunizieren. Ich finde, man kann auch nicht pauschal sagen, dass „das Umfeld das selbe bleibt“. Das kann man nicht wissen. Vielleicht hat sich ein Blogger in diesem aktuellen Umfeld unwohl Gefühlt, und mal bloggertechnisch ausgemistet. Und da nicht jeder Blogger gleich ist, kann sich da doch viel ändern. Und dann gibt es auch noch die Blogger, die sich einfach in eine ganz neue Richtung orientieren.

    „Generell finde ich Auszeit und Wiederkehr mit Ansage nicht gut.“ Da bin ich sowas von deiner Meinung! Ich habe das vor kurzem zwar selbst gemacht, allerdings war das in meinem Monatsrückblick als Nebensatz zum Studium. Ich verstehe nicht, wieso jemand, weil er ein oder zwei Wochen nicht bloggt, daraus so ein Tam-Tam macht, dass er das mit extra Beitrag auf seinem Blog ankündigt. Ich mein, du sagst es doch schon: Es bekommt kaum jemand mit. Gut, das hängt wahrscheinlich auch von der Bekanntheit ab, aber es gibt inzwischen so viele Blogger, dass ich mich persönlich nicht daran störe, ein paar Beiträge weniger in der Woche zu lesen. Einen „Rückkehr“ Beitrag finde ich dazu auch einfach nur sinnlos. Ich werde schon merken, dass du wieder da bist 😉

    Ich selbst mache das wie gesagt „spontan“. Wenn ich zurzeit einfach nichts zu Bloggen habe, dann ist das eben so. Das Bloggen ist und bleibt mein Hobby und das lasse ich mir nicht durch so etwas wie „Konkurrenzdruck“ – den ich persönlich noch nicht kennengelernt habe – vermiesen.

    So, jetzt lasse ich dich aber in Ruhe 😀

    Viele liebe Grüße,
    Pia

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  3. Hey Michi,

    Blogpause … mmh, im Prinzip hast du Recht. Ich habe mir noch keine Gedanken dazu gemacht, ob dieses Wort Sinn macht oder nicht. Ich habe es immer wieder gelesen aber mir nichts dazu gedacht. Jetzt allerdings erscheint es mir, als wäre es tatsächlich überflüssig, weil, wie du schon sagst, es zum einen wohl keinen wirklich interessiert und eben jeder Bloggen kann, wie und wann er will.

    Regelmäßig mal weniger für den Blog tun finde ich hingegen sehr erfrischend und da kann ich Pia nur zustimmen, es motiviert und inspiriert mich. Eben genau deshalb, weil man Abstand zu dem ganzen Tamtam bekommt. Mir wird dadurch immer bewusst, was ich will und mag oder auch nicht. Es bringt mich auf den Boden der Realität zurück. Das mag ich und brauch ich auch. Blogpause nenne ich das allerdings nicht. 😉 Ich nenne es – ach heute kein Bock, morgen vielleicht. 😂

    Alles Liebe
    Ella ❤

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  4. Liebe Michi,
    besonders den Aspekt der Ankündigung sehe ich auch so. Es macht einfach null Sinn, anzukündigen, dass man nun eine Pause machen wird, wieder da ist, Pause macht, wieder da ist. Am Ende hat man, wie du schon sagtest, nur noch derartige Beiträge und es ist leider so, dass es nicht vielen Menschen auffällt, vor allem wenn wir uns in Zeitrahmen von wenigen Tagen befindet. Es gibt Blogger, die bloggen 2-3 Mal im Monat und auch das ist immerhin eine Regelmäßigkeit.

    Ich hoffe, dass du für dich einen angenehmen Weg finden wirst und drücke dir die Daumen. ❤

    Liebe Grüße,
    Nicci

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  5. Liebe Michi,

    Wahre Worte. Ich denke auch, dass es nicht allzu vielen Leuten auffällt, bzw. dann erst und das vielleicht nicht im positiven Sinne, zumindest, wenn es quasi um nichts anderes mehr geht. Bei dir ist es mir natürlich aufgefallen, aber ich folge deinem Blog auch unglaublich gerne. Und auch, wenn ich deine Beiträge sehr vermisst habe, so ist es doch am wichtigsten für sich selbst einen Weg zu finden, mit dem man glücklich ist.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass sich in einer „Pause“ eine Menge Ideen und Inspirationen ansammeln können, aber nicht, weil man das vorher festlegt, sondern weil viele sich dann erst wieder bewusst mit dem Thema auseinandersetzen.

    Dir alles Liebe & Gute ❤ Jill

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  6. Ich finde Blogpausen auch unsinnig, muss ich sagen. Gerade die Ankündigungen lese ich meist mit einem Augenrollen, vor allem wenn es sowas ist wie „ich bin eine Woche auf Klassenfahrt und mache so lange eine Blogpause.“ Besonders bei kleinen Zeiträumen fällt es mit Sicherheit kaum jemandem auf, dass man überhaupt „weg“ war, auf der anderen Seite ist das bei vielen einfach der normale Abstand zwischen den Beiträgen. Geht es widerum um mehrere Monate, finde ich eine kleine Notiz auf der Seite nicht schlecht, solange es nicht regelmäßig passiert. Ich bin nämlich schon Blogs entfolgt, weil ich dachte, da kommt nichts mehr, aber irgendwann sind sie aus der Pause zurückgekommen und ich fand es schade, das verpasst zu haben.
    Man sollte sich einfach generell viel weniger Stress mit regelmäßigen Beiträgen machen. Wenn man mal zwei Wochen keine Zeit oder Motivation findet, dann ist das eben so und man muss sich dafür bei niemandem rechtfertigen.

    Gefällt 2 Personen

  7. Ich schließe mich an, Blogpausen von 1-2 Wochen muss man nicht ankündigen. Bei einer längeren Auszeit wäre es aber schön, wenn diese angekündigt ist. Es gibt leider immer wieder so viele tolle Blogs die von heute auf morgen verschwinden, aus den unterschiedlichsten Gründen. Da ist es schön für den Leser, wenn er weiß, dass eine Rückkehr geplant bzw. nicht ausgeschlossen ist.

    Liebe Grüße und eine schöne Woche!

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  8. Hallo liebe Michi,

    das ist ein toller Beitrag geworden. Ich selbst habe noch nie eine große Blogpause gemacht und kam auch erst einmal auf die Idee eine kleinere Anzukündigen, da ging der Stress aber plötzlich schneller weg als gedacht, weshalb ich das auch nicht hätte ankündigen müssen. Genau mit Punkt 2 gebe ich dir da absolut recht. Manchmal erlebe ich das auf Blogs und nach dem Post mit genau diesem Satz folgt dann auch erst mal mehrere Monate lang nichts 😀 Ich denke auch, das soll man kommen und gehen lassen, wie man will und nicht zu viel Energie mit dem ständigen mitteilen verschwenden.

    Liebst,
    Jule

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