Was dem Leser geboten wird bei: Ein fast perfektes Wunder von Andrea De Carlo

Eine Liebesgeschichte, noch dazu mit einem Rockstar, im Diogenes Verlag? Das schien eine ganz außergewöhnliche Mischung, die mich absolut neugierig auf das Buch gemacht hat. An dieser Stelle vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar! Hier vier Dinge, die euch beim Lesen dieses sehr außergewöhnlichen Romans erwarten. Unten findet ihr weitere Informationen zum Buch.

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Einen unglaublich poetischen Schreibstil

Andrea De Carlo hat einen unvergleichlichen Schreibstil. Einzigartig, ja fast schon künstlerisch lesen sich seine Worte, mit denen er Situationen, Gedanken, Gefühle und Atmosphären einzufangen vermag. Bei seinen Worten wäre ich am liebsten sofort nach Frankreich gefahren, um diese einzigartige Landschaft auf mich wirken zu lassen oder eine von Milenas Eiskreationen zu genießen. Dabei lässt er bewusst noch viel Platz für die eigene Fantasie und Vorstellungskraft des Leser.

Zwei unterschiedliche Sichten auf ein Leben

Die beiden Protagonisten befinden sich auf zwei vollkommen verschiedenen Skalen, auf denen sie ihr Leben betrachten. Nick ist sehr düster und melancholisch. Milena dagegen ist ein sehr positiver und heller Mensch, der die Welt in lauter Facetten von möglichen Eisgeschmäckern wahrnimmt. Dieser Unterschied schafft einen sehr interessanten Kontrast und bietet die unterschiedlichsten Blickwinkel auf ein und dieselbe Geschichte. Trotzdem haben beide Charaktere den gleichen Nenner – sie merken, dass sie in ihrem Leben unzufrieden sind und feststecken, sind bisher aber noch nicht bereit, sich diesen Umstand auch einzugestehen. Dem Leser begegnen hier zwei Charaktere, die auf verzweifelter Suche nach Freiheit sind.

„Warum ist das Wunder fast perfekt?“
„Weil es nicht von Dauer ist.“ – S. 93

Vier Momentaufnahmen in den Köpfen der Protagonisten

Die einzelnen Kapitel gestalten sich wie Momentaufnahmen über vier Tage verteilt abwechselnd in den Köpfen der Protagonisten. Der Leser taucht absolut in die Gedankengänge ein und folgt jedem Gedankensprung. Öfters gestalten sich die Szenen dadurch mehr als Monologe, statt als Dialoge. Diese Monologe setzen sich meist aus Aneinanderreihungen mehrerer Fragen zusammen, auf die die jeweilige Person noch keine Antworten findet. Dieser Umstand passt perfekt zur künstlerischen Aura des Buches – mir persönlich waren dadurch einige Stellen jedoch zu langatmig und -wirrig.

Mehrere verkorkste Beziehungen

Der Roman verläuft lange langsam und ruhig, bevor er rasant an Fahrt aufnimmt und Shakespearshe Dramaausmaße annimmt. Auch die Figurenkonstellationen mitsamt ihrem Konfliktpotential wirkten auf mich fast wie einem Stück von Shakspeare entsprungen.  Auch hier ein fantastisch eingesetztes Stilmittel des Autors. Leider sind mir die Figuren  sehr fern geblieben, da ich viele Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Den Leser erwarten hier starke Konflikte. Sowohl bei den Charakteren auf das Thema gleichgeschlechtlichen Beziehungen bezogen als auch in der Geschichte selbst, die Selbstverwirklichung auf der Grundlage eines Seitensprungs thematisiert.

Fazit 
Ein fast perfektes Wunder von Andrea De Carlo ist ein künstlerisches Meisterwerk, bei dem jedes Wort und jede Handlung mit viel Bedacht ausgewählt wurden. Dabei überwiegt das künstlerische Aspekt jedoch leider oft die Realitätsnähe auf zwischenmenschlicher Ebene bei den Charakteren. Definitiv eine ganz andere Geschichte als die, die ich erwartet hatte.

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(c) Diogenes Verlag
(c) Diogenes Verlag

Der Sommer ist vorbei, doch Milena hält ihre Gelateria offen. Da die legen­dä­ren ›Bebonkers‹ in dem provenzalischen Städtchen ein Konzert geben, werden Rockfans aus aller Welt erwartet – und finden vielleicht auch den Weg in ihren Laden. Mit dem Leadsänger der Gruppe hat sie allerdings nicht gerechnet. Nick ist bezaubert von den exquisiten Eissorten. Und von Milena. Welten trennen die beiden, doch eins haben sie gemeinsam: Sie versuchen, Wunder zu vollbringen. Milena in Form von Gelato und Nick mit seiner Musik. (Quelle: Diogenes)

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